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„Gemen ist um eine Persönlichkeit ärmer“ hieß es im Oktober 2013 in der Borkener Zeitung. Die Nachricht, dass Resi-Geers-Brinkhaus kurz nach ihrem 89. Geburtstag gestorben war, bewegte viele Menschen. Ihr Gasthaus mitten in Gemen war Anziehungspunkt für Poahlbürger, Zugezogene und Touristen. Bei Resi fühlten sich die Gäste wohl und für viele wurde die Gaststätte ein zweites Zuhause. Resi hörte ihren Gästen zu, sprach Klartext, wenn es nötig war und schuf eine gastliche Atmosphäre, die aus Gästen Freunde machte. Auf Resi kann man sich verlassen, das wussten ihre Geschäftspartner und ihre Gäste, die Nachbarn und Freunde, ihre Persönlichkeit und ihr Wort galten viel in Gemen.
Zahlreiche Vereine und Gruppen trafen sich in der familiär geprägten Gaststätte, unzählige Familienfeste wurden dort gefeiert. Dabei war ihr Anfang als Gastwirtin alles andere als leicht. Seit 1776 gab es das Wirtshaus im Herzen von Gemen. Im zweiten Weltkrieg traf eine Bombe das Haus. Resi war gerade 20 Jahre alt, ihr Verlobter Georg als Soldat an der Front. Mit Tatkraft und Vertrauen in die Zukunft baute sie das Haus wieder auf.
Ein zweiter Schicksalsschlag traf sie, als ihr Ehemann Georg mit 50 Jahren plötzlich starb. Resi war allein mit ihren vier Kindern. Sie meisterte die Arbeit im Gasthof, in der Küche, in der Familie, in der Erziehung der Kinder mit bewundernswerter Tatkraft und entwickelte sich dabei zu der Persönlichkeit, die in Gemen hoch geachtet und angesehen war.

Das wurde sehr deutlich, als Resi 1971 Schützenkönigin wurde. Dicht gedrängt standen die Menschen an den Straßen und winkten der neuen Regentin begeistert zu. 1994 übernahm ihr Sohn Reinhard mit seiner Frau Angelika die Leitung des Gasthauses. Resi blieb aber noch viele Jahre die vertraute Persönlichkeit in der Gaststube und unentbehrliche Gesprächspartnerin für die Gäste.
Als Resi Geers-Brinkhaus am 24. Oktober 2013 kurz nach ihrem 89. Geburtstag starb, trauerten viele um diese starke Frau mit ihrer besonderen Ausstrahlung, eine Wirtin par excellence. Nach dem Tod ihres Sohnes Reinhard war für viele
Stammgäste klar: diese einzigartige Wirtshaustradition darf nicht enden. Heute betreibt eine Genossenschaft engagierter Bürger das Gasthaus und bewahrt die gastliche Tradition der Wirtin Resi und des Wirtes Reinhard sehr zur Freude vieler Gemener, für die ihr Ort ohne Geers-Brinkhaus ärmer wäre.
Quellen: Gespräche mit Familienangehörigen, Nachruf in der Borkener Zeitung