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Christine Röther

Die "Storchentante"

1907 - 1993

Christine Röther, geborene Benning, wurde am 19. Oktober 1907 geboren und gehörte zu den bekanntesten Hebammen in Borken und der gesamten Umgebung. Sie entstammte einer langen Tradition von Geburtshelferinnen:
Schon ihre Mutter und Großmutter hatten denselben Beruf ausgeübt, sodass ihr Weg in die Geburtshilfe früh vorgezeichnet war. Bereits im Jahr 1933 begann sie ihre Tätigkeit in Gemen und übernahm später die Praxis ihrer
Mutter in Borken. Im Laufe von 44 Berufsjahren half sie mehreren tausend Kindern zur Welt und wurde für viele Familien zu einer unersetzlichen vertrauten Begleiterin in Zeiten großer Freude, aber oft auch großer Not. Ihre Arbeit führte sie in nahezu alle Lebenswelten der Region. Sie holte Kinder in Bauernhäusern, Stadtvillen, Notunterkünften und selbst unter schwierigsten Umständen ans Licht der Welt.

Ihre warmherzige, mutige und zugleich resolute Art machte sie zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, die von den Menschen nur liebevoll ,,Stina“ oder ,,Storchentante“ genannt wurde. Christine Röther stellte stets den Dienst am
Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns. Besonders während des Zweiten Weltkriegs und in den harten Nachkriegsjahren war sie rund um die Uhr im Einsatz und unterstützte Mütter und Familien, die oft unter prekären Bedingungen lebten. Sie war Trägerin der silbernen und goldenen Ehrennadel des Landesverbandes deutscher Hebammen. Auch im Alter blieb Christine Rother geistig wach und aktiv und bewahrte sich ihre beeindruckende Pünktlichkeit und Lebensfreude. Die Stadt Borken würdigte sie mehrfach anlässlich ihrer runden Geburtstage als eine Frau, die ,,überall zu Hause gewesen war“.

Christine Röther starb am 17. März 1993 in Borken.

Quellen: Diverse Artikel der BZ
• „Borkenerin verhalf Lebenslänglichen zur Freiheit“ vom 13.05.1972
• Borkener „Storchentante“ feiert ihren 70. Geburtstag vom 10.10.1977
• „Ich war überall zu Hause“ vom 19.10.1987