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Ihre prominenteste Patientin war Juliane Werding (Am Tag, als Conny Kramer starb). Die Sängerin lebte eine Zeitlang in Borken. In den 70-iger Jahren kam sie in Begleitung ihres Freundes in die Praxis, da sie am Dülmener Weg wohnten
und äußerte sich sehr begeistert und stark beeindruckt über die Behandlung durch Dr. Ursula Künstler.
Zeitgenossen sagen über sie: Sie war eine sehr fleißige, kluge und umsichtige Frau, immer auf das Wohl der anderen bedacht, bei den Patienten und bei ihrer Familie. Sie stellte sich nie in den Vordergrund. Als Ursula Meiswinkel wurde Borkens erste Zahnärztin am 3. April 1923 in Siegen geboren. Sie wuchs als einziges Kind ihrer Eltern in gutbürgerlichen Verhältnissen behütet auf. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Siegen studierte sie in und nach dem 2. Weltkrieg in Marburg und Frankfurt Zahnmedizin. Ende der 40iger Jahre lernte sie den Zahnarzt Dr. Christoph Künstler kennen und wurde nach dessen Motorradunfall seine Vertretung in einer Praxis in Dingden. 1950 heirateten Ursula und Christoph. 1952 kamen ihr Sohn Jan Christoph und 1957 ihre Tochter Margret zur Welt. 1955 kauften sie ein Haus an der Burloer Straße – heute Butenwall – und gründeten dort eine gemeinsame
Zahnarztpraxis.
Die Arbeitsteilung im Haus Künstler sah so aus: Christoph war für Chirurgie, Zahnersatz und Kieferorthopädie zuständig, Ursula für Zahnerhaltung und Kinderbehandlung. Seit den 80iger Jahren arbeitete Sohn Jan Christoph in der Praxis mit. 1993, mit 70 Jahren, stieg Ursula Künstler aus dem Arbeitsleben aus. Viele Anekdoten gibt es von ihren Versuchen, sportlich zu sein, zu berichten. Relativ spät erlernte sie das Radfahren. Gleich ihr erster Versuch endete im Graben, damit war das Thema erledigt. Schlittschuh und Gleitschuh-Laufen endete mit einem gebrochenen linken Arm, das war nicht praxistauglich. Mit Ende 30 machte sie den Führerschein, aber ihr Ehemann war ein so schlechter Beifahrer, dass auch das eine Episode blieb. So gab es nur einen Ausweg: per pedes. Mittwochs zum Friseur, den Lotto-Schein abgeben, Zigaretten kaufen und die Doppelkopfrunde mit ihren Freundinnen jeden Mittwochnachmittag, in einer Kleinstadt wie Borken ließ sich das alles bestens zu Fuß erledigen. Dr. Ursula Künstler lebte für ihren Beruf und für ihre Familie. Sie hielt die Fäden in der Hand. In der Praxisorganisation und im Praxismanagement war sie die treibende Kraft im Haus Künstler.
Dr. Ursula Künstler starb am 25. April 2010 in Borken.
Quellen: Gespräche mit Zeitzeugen