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Die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern, später als Clemensschwestern bekannt, wurde 1808 von Clemens August Freiherr von Droste zu Vischering in Münster gegründet. Sie entstand als Antwort auf die große soziale Not und den Mangel an organisierter Kranken- und Armenpflege zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Schwestern übernahmen
Pflegeaufgaben in Hospitälern und bei Bedürftigen und prägten das soziale und caritative Leben in Westfalen nachhaltig.
Zu den frühen Mitgliedern gehörten Elisabeth Timmermann, geboren 1808 in Venlo, und Barbara Rustemeier, geboren
1821. Beide erhielten ihre Ausbildung im Clemenshospital in Münster, dem Mutterhaus der Gemeinschaft. 1845 wurden sie nach Borken entsandt, wo unter der Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde´das St.-Marien-Hospital gegründet wurde – das siebte Tochterhaus der Genossenschaft. Timmermann und Rustemeier übernahmen dort die Kranken- und Armenpflege und legten den Grundstein für das organisierte Gesundheitswesen der Stadt. Ihr Einsatz trug wesentlich zum Ansehen des Hospitals und zur Entwicklung moderner Pflege bei.
Im Laufe der Jahrzehnte wuchs das St.-Marien-Hospital zu einer wichtigen Einrichtung der Region. Die Zahl der Clemensschwestern stieg bis 1945 auf 24 an. Erst ab den 1970er Jahren verringerte sich ihre Präsenz, bis 1978 der
Großteil des Konvents das Hospital verließ. 1995, zum 150-jährigen Bestehen des Hauses, arbeiteten dort nur noch
zwei Schwestern. Das Wirken von Elisabeth Timmermann, Barbara Rustemeier und den Clemensschwestern bleibt ein bedeutendes Kapitel der Borkener Krankenhausgeschichte und Zeugnis christlicher Nächstenliebe.
Quellen:
„Auf den Spuren bedeutender Frauen“ Texte von Ursula Brebaum und Dr. Heiner Teroede Stadt Borken 2019
St. Marien-Hospital Borken