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Maria Heggelmann

Eine Borkener Hebamme im Nordjemen

1956 - 2025

Zusammen mit vier weiteren Deutschen reiste die 23-jährige Borkener Hebamme Maria Heggelmann im Sommer 1979 in den Nordjemen, um mehrere Monate in einem Health-Centre zu arbeiten. In einem umfangreichen Bericht schilderte sie ihre ersten Eindrücke aus Sana’a und der ländlichen Bergregion, in der sie eingesetzt wurde. Gleich zu Beginn fiel ihr das lebendige, laute und widersprüchliche Bild der Hauptstadt auf: Auf den Straßen herrschte dichtes Gedränge,
überall lagen Baustellenmaterialien und Abfälle, während gleichzeitig farbenprächtige Märkte und traditionelle Handwerker das Bild bestimmten. Besonders beeindruckte sie die jahrhundertealte Altstadt von Sana’a mit ihren kunstvoll verzierten Lehmhäusern und engen Gassen, die ihr wie aus einem Märchen erschienen.

Während ihres Einsatzes lernte sie die große Gastfreundschaft der Menschen kennen, aber auch die schwierigen Lebensbedingungen, vor allem für Frauen, die im öffentlichen Raum nur wenig sichtbar waren. Die medizinische Arbeit
im abgelegenen Health-Centre stellte sie vor neue Herausforderungen: Die Ausstattung war einfach, die Wege weit, und viele Patientinnen mussten große Anstrengungen auf sich nehmen, um Hilfe zu erhalten. Gleichzeitig erlebte sie die landschaftliche Schönheit der Region, extreme Temperaturen und die starke kulturelle Prägung des Alltags.

Insgesamt hat Maria Heggelmann fünf Jahre im Jemen für den Deutschen Entwicklungsdienst verbracht. Trotz aller Strapazen blickte sie dankbar auf die Möglichkeit zurück, das Land und seine Menschen kennenzulernen, und empfand den Aufenthalt als wertvolle Bereicherung für ihre berufliche Zukunft.

Hilfreich war es für Maria Heggelmann außerdem, dass sie bei arabischstämmigem Besuch im Kreißsaal von nun an den einen oder anderen Wortfetzen verstehen konnte. Nach ihrem Auslandsaufenthalt blieb Maria Heggelmann dem St. Marien-Hospital in Borken noch für mehr als 40 Jahre als Hebamme erhalten. So wird sie in einem Bericht der Borkener Zeitung einmal zitiert: “Ruhe bewahren, das ist oberste Hebammen-Pflicht und warten können“, ergänzte sie im Interview. Plötzlich und unerwartet verstarb Maria Heggelmann am 20.11.2025.

Quellen:
Zeitungsartikel der BZ vom 05.01.1980 „Eine Hebamme berichtet über ihre ersten Eindrücke aus dem Nordjemen 1979;
Westfälische Nachrichten: „Die Kinder machen was sie wollen. Von Peter Berger vom 15.11.2010, aktualisiert 9.1.2012
Artikel aus Zeit Nr.32/1983 vom 5.8.1983 von Aloys Behler „Ein Hospital fiel vom Himmel“