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Als Frau ein selbstbestimmtes, eigenständiges Leben führen – das wünschte sich Ilse von Stach und sie setzte es auch durch. Ihr für die damalige Zeit sehr fortschrittliches Frauenbild fand längst nicht überall begeisterte Resonanz.
Aber die Schriftstellerin blieb ihren Prinzipien treu und setzte sich wie auch ihre Schwester Maria von Stach für Frauenrechte ein. Geboren wurde Ilse von Stach am 17. Februar 1879 auf Haus Pröbsting. Nach dem Tod der Mutter wuchs sie bei Verwandten in Aurich auf und in einem Damenstift in Altenburg. Ausgebildet wurde sie in einem Lehrerinnenseminar in Berlin. Sie fand Kontakt zur Künstlervereinigung „Die Kommenden“.
Ihre schriftstellerische Arbeit umfasste Dramen, Romane, Märchen und Lyrik. Sie setzte sich intensiv mit der Rolle der Frau in der Kirche auseinander, forderte die Wiedereinführung des Frauenpriestertums und belegte diese Forderung mit Beispielen auch aus der Bibel. Nach intensiver Auseinandersetzung mit ihrem protestantischen Glauben konvertierte sie 1908 zum Katholizismus. In vielen ihrer Werke setzte sich Ilse von Stach mit religiösen Themen auseinander. Ihr Weihnachtsmärchen „Das Christ-Elflein“, 1906 geschrieben, wurde von Hans Pfitzner vertont und in München uraufgeführt. Es ist heute noch hier zu hören.
Ihre Erinnerungen an ihre Zeit im Haus Pröbsting flossen in den Roman „Haus Eldering“ ein. Große Beachtung fand auch ihr Werk „Die Frauen von Korinth“ (Dialoge 1929).
Ilse von Stach hatte sechs Kinder aus drei Ehen. Sie war in zweiter Ehe mit dem Polarforscher Theodor Lernen und in dritter Ehe mit dem Kunstkritiker Martin Wackernagel verheiratet.
Ilse von Stach starb am 22. August 1941 in Münster. Ihr Nachlass befindet sich in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster.
Wie die milde Sommernacht beglückt,
also lindert deine süße Nähe,
lange schon gereiftes Leid und Wehe,
tröstet auch in Tränen und entzückt.
Meine Seele, die gebunden ist,
hebt sich auf dem Fittich sanfter Träume
lächelnd hoch in unbegrenzte Räume,
haltlos, wenn du gegenwärtig bist.
Weitere Informationen zu Ilse von Stach sind hier zu finden: