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Nina Winkel

Die „amerikanische Künstlerin aus Borken“

1905 - 2012

„Kunst in all ihren Erscheinungsformen ist eine der reinsten Quellen der Freude und Bewunderung….Kunst ist in Arbeit verwandelte Liebe…“ So betrachtete Nina Winkel ihr Lebenswerk und sie wünschte sich: “Möge die wachsende Beteiligung der weiblichen Hälfte der Menschheit zu einer wirklichen Verjüngung der Künste führen.“ Dazu hat die „amerikanische Künstlerin aus Borken“ wie einer ihrer Biographen sie nennt, selbst einen großen Beitrag geleistet. “Ich sehe viel von Ernst Barlach in ihrem Werk“ schreibt ein Bewunderer ihrer Arbeiten.

Nina Winkel wurde 1905 als Catharina Koch in Borken geboren. Aus Krankheitsgründen war sie in ihrer Kindheit ans Bett gebunden. Ihr Vater förderte ihre klassisch-romanistische Bildung, die Mutter ihr zeichnerisches Talent. Nina besuchte die Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Essen, die Kunstakademie in Düsseldorf und das Städel-Institut in Frankfurt. Am Schauspielhaus Bochum bekam sie ein Engagement. 1939 heiratete sie Georg Winkel. Wegen dessen jüdischen Herkunft musste das junge Paar Deutschland verlassen. Nach einer Zwischenstation in Paris emigrierten Nina und Georg Winkel in
die USA. Wie für viele Emigranten war auch für Nina und Georg Winkel der Start in der Neuen Welt nicht leicht. Nina arbeitete nach ihrer Ankunft in New York zunächst als Reinigungskraft. In ihrer künstlerischen Arbeit war Ton zunächst ihr bevorzugter Werkstoff. Später kamen Terrakotta, Stein und Bronze. Dann bestand sie als erste Frau in New York City den Schweißerschein. Danach arbeitete sie ausschließlich mit Kupfer.

1944 bekam sie in New York ihre erste Ausstellung als Bildhauerin. In wenigen Jahren machte sie sich einen Namen als talentierte Künstlerin und war dadurch auch wirtschaftlich erfolgreich. Sie förderte junge Talente an der Universität Plattsburgh mit ihrer Stiftung. Die Universität Plattsburgh richtete ein Museum mit ihren Werken ein. Der Kontakt zu Borken ging auch in der Neuen Welt nicht verloren, sie kam nach Ende des II. Weltkrieges noch mehrmals in ihren Geburtsort. Borkener wie Ursula Brebaum und Pfarrer Ottmann besuchten sie auch in Amerika. Ihre Werke zeugen von Weltoffenheit, Toleranz und Vertrauen in die Menschlichkeit. 

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Die Universität Plattsburgh bewahrt ihren Nachlass. Ihre Statute „Song of songs“ steht vor der Universität. Im 2. Stock des „Meyers Fine Arts Building“ in Plattsburgh gibt es eine umfangreiche Ausstellung im „Winkel Sculpture Court“. Auch in der National Academy of Design in New York sind Werke von Nina Winkel ausgestellt.

Die Borkener können ihre Arbeit „Gekreuzigter Korpus Christi“ im Turm der Remigiuskirche sehen, ihr Werk „Die Schule von Athen“ hängt im Rathaus der Stadt Borken und ist dem FARB geschenkt worden.

Nina Winkel starb 1990 nach einem Unfall in Keene Valley, New York.

Quellen: Ursula Brebaum: “In memoriam Nina Winkel“, Jahrbuch des Kreises Borken,1990, S. 216-218

Weitere Informationen zu Nina Winkel sind hier zu finden:

YouTube

National Academy of Design

State University of New York Plattsburgh