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Ursula Großkopff

„Ich bin die Mutter von Smudo!“

1937 - 2012

Violinist Yehudi Menuhin, Pianist und Dirigent Justus Frantz, die legendären King-Singers – große Namen holte Ursula Großkopff in die kleine Stadt Borken. Ihr kulturelles Engagement vollzog sich auf vielen Ebenen, nicht nur im Konzertsaal, auf der Bühne, sondern auch schon mal an der Waschmaschine. Radio Westmünsterland meldete: Frau Großkopff wusch die Wäsche der Fantas.

Und das kam so: Die sehr populäre Hip- Hop-Gruppe „Die fantastischen Vier“ waren vor Jahren zweimal, samstags und sonntags in Borken. Die Stadthalle war noch nicht geöffnet, da warteten
schon 1.550 Fans auf der Treppe, der Balustrade und dem Kornmarkt. Ursula Großkopff stand verzweifelt zwischen den Fans und überlegte, wie sie in die Stadthalle kommen könnte. Sie hörte, wie die meist sehr jungen Besucher fragten: „Wer ist das? Was will die?“ Sie hob ihren Arm und rief „Ich bin die Mutter von Smudo!“ Die Stimmung änderte sich schlagartig, Bewunderung im ganzen Fanbereich. Eine Gasse tat sich für Ursula Großkopff auf, sie schrieb als Smudos Mutter Autogramme und kam ungehindert ins Gebäude. Nachts hatte sie auch die Hosen und Hemden der Band bei sich gewaschen und gebügelt, denn in Borken gab es keine Nachtwäscherei.

Ja, Kulturarbeit kann sehr vielseitig sein und erfordert hohe Flexibilität. Das erlebte Ursula Großkopff immer wieder.
Die Ehrenringträgerin der Stadt Borken wurde 1937 in Stromberg geboren. Sie erlernte den Beruf der Industriekauffrau und der Sekretärin, arbeitete in Dortmund und Essen. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann, Albert Großkopff, kennen. 1964 heirateten Ursula und Albert, 1965 zogen sie nach Borken. Albert Großkopff wurde Studienrat am Gymnasium Remigianum. Die Ehe blieb kinderlos. Ursula engagierte sich in der Borkener Kommunalpolitik. Von 1984 bis 2004 war sie für die CDU im Borkener Stadtrat. Der Rat wählte sie 1989 zur dritten stellvertretenden Bürgermeisterin und 1999 zur ersten stellvertretenden Bürgermeisterin. Von 1992 bis 1994 war sie Mitglied im Kreistag. Ihre Leidenschaft und ihr außergewöhnliches Engagement galten der Kultur.

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Von 1972 bis 2012 war sie ehrenamtliche Geschäftsführerin der Kulturgemeinde Borken, von 1995 bis 2011 stellvertretende Vorsitzende. 1972 wurde die Programmgestaltung für Theater und Konzert in ihre Hände gelegt. Ihre Arbeit begann mit sieben Veranstaltungen, 2008 waren es bereits mehr als 30 Veranstaltungen pro Saison. Ab 2009 unterstützte das Ehepaar Schemann sie bei der Konzertplanung.Ursula Großkopff gelang es, viele Sponsoren für die Kulturarbeit zu gewinnen. Viele Künstler lobten die gute Betreuung vor Ort durch sie. Kinderreichen Familien und Kindergärten und Schulen den Zugang zu den Kinderprogrammen der Kulturgemeinde zu öffnen, war ihr ein Herzensanliegen. Viele Kinder und Jugendliche verdanken ihren ersten Theater- oder Konzertbesuch Ursula
Großkopff, die großzügig Freikarten verteilte. Ihr Ehemann Albert war 1993 verstorben.

Ursula Großkopff starb am 4. Januar 2012 in Borken.

Quellen: Artikel im Programmheft 2011/2012 der Kulturgemeinde Borken – 60 Jahre Kultur im Kreis