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Beate Thomasky

Wächterin des Sternbusches

1921 - 2016

Wächterin des Sternbusches – dieser Ehrentitel zollt ihr Anerkennung für ihr naturkundliches Engagement. Noch lieber hätte Beate Thomasky einen anderen Titel getragen. Sie wollte gern Försterin werden, dem Beispiel ihres Vaters folgen, aber dieser Beruf war Frauen zur damaligen Zeit verwehrt. Das hinderte Beate aber nicht, zu einer Zeit Naturschutz populär zu machen, als das noch kein allgemeines Thema war. Viele Gemener und Borkener werden sich auch heute
noch an die legendären Osterspaziergänge mit Beate Thomasky erinnern. Sie konnte Menschen die Natur auf unnachahmliche Art nahebringen, sie lebte Natur- und Umweltschutz.

Geboren wurde Beate Thomasky am 5. Oktober 1921 im Forsthaus Hubertusburg in Gemenkrückling. In Borken legte sie die Mittlere Reife ab und fand bei der Kreisverwaltung eine Ausbildungsstelle und einen Arbeitsplatz. Nach 42 Dienstjahren wurde sie 1981 pensioniert. „Mutter Beate“ hieß sie beim Kreis, weil sie sich um ihre Kollegen kümmerte. Sie setzte sich besonders für die weiblichen Auszubildenden ein. Es war ihr ein großes Anliegen, das Selbstvertrauen der Auszubildenden zu fördern und sie zu ermutigen, ihre Überzeugungen selbstbewusst zu vertreten. Die Auszubildenden dankten es ihr mit Respekt, Freundschaft und Zuneigung über das berufliche Miteinander hinaus.

Mit ihrer Vespa erkundete sie in den 40iger und 50iger Jahren die Gegend und war bald eine bekannte Erscheinung. Schon in frühester Jugend waren ihr die Vogelstimmen vertraut, sie konnte sie erkennen und bestimmen. Ihr Wissen erweiterte sie im Münsterland und bei Wanderungen durch Deutschland. 1939 wurde der Sternbusch Versuchsgebiet der Vogelschutzwarte in Nordrhein-Westfalen. Beate trat in die Fußstapfen ihres Vaters. Sie hing Nistkästen auf, reinigte sie mit Hilfe von Freunden und Jugendgruppen und dokumentierte das Vogelaufkommen, alles ehrenamtlich. Ihre naturkundlichen Führungen im Sternbusch waren durch ihre kümmernde Art und ihren eigenen Humor nicht nur bei den Schulen, sondern auch vielen interessierten Bürgern sehr beliebt. Über fünf Jahrzehnte lud sie zu diesen Führungen ein und machte so Umwelt- und Naturschutz zu einem Familienthema. Obwohl ihr die Arbeit in ihrem Wunschberuf verwehrt wurde, fand Beate Thomasky für sich einen Weg, in ihrem geliebten Sternbusch für Natur- und Umweltschutz einzutreten. Ihre Freude an der Natur und ihr Bewusstsein dafür, wie gefährdet diese Natur war und ist,
strahlten auch auf die Menschen aus, die das Glück hatten, ihr zu begegnen. Beate Thomasky starb am 25. November 2016 in Borken. Mit ihr verlor die Stadt eine außergewöhnliche Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und stark und entschlossen ihren eigenen Weg ging.

Quellen: Gespräche mit Zeitzeugen

Beate Thomasky
Beate Thomasky

Frau Thomasky sitzt am Schreibtisch mit 3 Auszubildenden: Ulla Dammann hinten stehend, Anneliese Punsmann und vorne rechts Inge Müggenberg