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Elisabeth Storm

Langjährigen Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes

1916 - 2004

„Überall genießen heute die Landfrauen ein hohes Ansehen, bedingt durch ihre Aktivität und durch ihr Wissen und Können. Neidlos wird es von den Stadtfrauen und auch von der Männerwelt anerkannt“ – heißt es in den 80-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einem Vortrag über den Kreislandfrauenverband. Zu verdanken ist dieses hohe Ansehen zu einem großen Teil der langjährigen Vorsitzenden des Kreislandfrauenverbandes, Elisabeth Storm.

Als tatkräftig, pflichtbewusst, engagiert und ideenreich wird sie von Zeitgenossinnen geschildert. Mitten im 1. Weltkrieg, am 24. Januar 1916, wird sie als Elisabeth Stegerhoff geboren. Ihr Vater ist da bereits als Soldat gestorben. „Mutter ist gern zur Schule gegangen, sie war begierig, zu lernen“, erzählen ihre Töchter. Aber ihr größter Wunsch, Lehrerin zu werden, erfüllte sich trotz glänzender Zeugnisse nicht. Ihr Lehrer lobte und förderte sie, aber der Beruf blieb ihr verwehrt. Elisabeth Stegerhoff besucht die Landfrauenschule in Geldern und erlebt mit ihren Mitschülerinnen unbeschwerte, frohe Schuljahre. Aber dann bricht der 2. Weltkrieg aus, viele Wünsche und Hoffnungen müssen in der Kriegszeit hintenangestellt werden. Auf einer Hochzeit im Familienkreis begegnet ihr Hubert Kreyerhoff-Storm. Sie heiraten und mit ihm beginnt für Elisabeth auf dem Hof Storm ein neues Leben als Bäuerin.

Vier Töchter und ein Sohn werden geboren. Elisabeth Storm geht mit der Zeit. Vor dem Krieg hatte sie bereits den Führerschein gemacht, 1954 wird das erste Auto gekauft. So couragiert, wie sie Auto fährt, bewirtschaftet Elisabeth Storm auch den Hof. Dabei wird sie zur Hoffnung und Hilfe für Menschen, die im Bombenkrieg ihr Zuhause verlieren und für die, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Familien ernähren können. Es spricht sich in Borken und Umgebung schnell herum, dass Elisabeth Storm ein großes Herz und eine freigiebige Hand hat. Noch heute erinnern sich Menschen an die Zuflucht, die sie auf dem Hof Storm fanden und die Lebensmittelgaben, die sie dort erhielten.

Neben der nie endenden Hofarbeit und der Fürsorge für ihre Familie und die Menschen, die um Hilfe bitten, findet Elisabeth Storm auch noch die Zeit, sich mit der Situation der Landfrauen zu beschäftigen und Ideen zu entwickeln, wie deren Ansehen gefördert werden kann. So wird sie 1957 zur Vorsitzenden des Landfrauenvereins Borken gewählt. Eine arbeitsreiche und fordernde Aufgabe, aber Elisabeth Storm meistert sie mit Bravour. 

Elisabeth Storm

Muss sie auf Dienstreise gehen, wird abends das Futter für die Kühe vorbereitet und die Rüben geschnitzelt. Die Entwicklung des Hofes bleibt ihr neben all ihren Aufgaben im Landfrauenverein ein wichtiges Anliegen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann bildet sie Lehrlinge aus, verkauft Grundstücke und kauft neue, um den Betrieb existenzfähig zu halten. Ihre Kinder sollen eine gute Ausbildung erhalten, das ist ihr ein wichtiges Anliegen.

Die Arbeit im Kreislandfrauenverein fordert viel. Da ist die jährliche große Kreisversammlung mit über 700 Teilnehmerinnen aus dem gesamten Kreisgebiet. Da gilt es Lehr- und Besichtigungsfahrten zu organisieren, Kurse und Seminare. Und Elisabeth Storm wirbt unermüdlich für die Anerkennung der hauswirtschaftlichen Arbeit als Berufsarbeit und für die Überbrückung der Gegensätze zwischen Stadt und Land. Auch die hauswirtschaftliche Ausbildung junger Frauen ist ihr ein wichtiges Anliegen. Bis 1973 übt sie ihr Amt als Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Borken aus. Für ihre Verdienste wird sie mit der Schorlemer-Alst-Plakette ausgezeichnet. 1981 stirbt Hubert Kreyerhoff-Storm. Die Enkelkinder und die Aufgaben, die sie noch immer auf dem Hof hat, helfen Elisabeth Storm durch die schwere Zeit.
Ihren 80. Geburtstag kann sie noch im Kreis ihrer großen Familie feiern. Elisabeth Storm stirbt, 88-jährig, am 26. November 2004.

Quelle: Archiv und Unterlagen des Kreislandfrauenverbandes, Gespräche mit Familienangehörigen