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Friederike Krämer-Brand war über Jahrzehnte eine prägende Persönlichkeit der Bildungslandschaft in Borken und Umgebung.
Geboren 1952 in Anholt an der Bocholter Aa, besuchte Friederike Krämer-Brand (FKB) als Kind eines Landwirtsehepaars bis zur Mittleren Reife die Grund- und Hauptschule in Suderwick sowie Berufsfachschulen in Bocholt und Rhede. Nach einer Ausbildung zur Chemielaborantin arbeitete FKB mehrere Jahre bei der Bocholter Firma Borgers (heute Autoneum) und war dort auch für die Lehrlingsausbildung zuständig. Berufsbegleitend hat FKB die Hochschulzulassung erworben, um anschließend in Essen und Duisburg ein Studium der Biologie und Chemie fürs Lehramt der Sekundarstufe I zu beginnen. Später folgte ein Aufbaustudium in den Fächern Biologie und Biotechnik für das Lehramt der Sekundarstufe II.
Nach dem Referendariat in Siegburg erfolgte eine Anstellung an der Realschule Hardtberg in Bonn. Neben der Lehrtätigkeit war FKB mit Aufgaben wie Personalrat, Lehrplankommission Chemie und Fortbildungskonzepte wie „Chemie an Realschulen“ beschäftigt.
Nach einer Zwischenstation als Stellvertretende Schulleiterin der Realschule Troisdorf am Heimbach begann FKB 1996 ihre Tätigkeit als Schulleiterin in Borken. Die Nünning-Realschule war damals die größte Realschule im Kreis Borken und zeichnete sich durch ein hervorragendes pädagogisches Konzept aus, das unter der Ägide von FKB sanft weiterentwickelt wurde. Das Motto hieß „Sich wohlfühlen und etwas leisten“, bzw. „Die Zukunft vorbereiten, ohne die Gegenwart zu übergehen.“ Die Schule wies eine hohe Übergangsquote zur Sekundarstufe II auf, eine gute Voraussetzung für die nächsten Schritte. Unter der Leitung von FKB entwickelte sich die Nünning-Realschule stetig weiter und wurde u.a. „Impulsschule“ im Bereich „Interkulturelles Lernen“.
Im Jahr 20211 begannen die Vorarbeiten zur Umwandlung der Realschule, im Dezember 2012 beschloss der Rat der Stadt Borken dann die Umwandlung der Nünning-Realschule in eine Gesamtschule. Im September 2013 hieß es endlich „Leinen los!“ für die Jodocus Nünning Gesamtschule, deren erste Leiterin FKB wurde. Unter ihrer Führung entwickelte sich die Schule zu einer modernen Gesamtschule mit klaren pädagogischen Schwerpunkten: Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein individuelle Förderung stehen im Mittelpunkt.
Friederike Krämer-Brand begleitete die Schulumwandlung mit großem Engagement. Sie koordinierte bauliche Maßnahmen, bereitete die Einführung der gymnasialen Oberstufe vor und gestaltete gemeinsam mit ihrem Kollegium ein offenes Schulklima. Ihr Ziel war es, die JNG als „Teamschule“ zu etablieren, in der Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler eng zusammenarbeiten. Durch ihr Wirken trug Friederike Krämer-Brand entscheidend dazu bei, dass die Jodocus Nünning Gesamtschule heute als innovativer Lernort gilt, der Borkens Schullandschaft nachhaltig prägt.

Quellen:
Webseite der Jodocus Nünnging Gesamtschule (JGN)
Webseite Bündnis 90/ Die Grünen Ortsverband Bocholt
Pressestelle Stadt Borken
Bürgerstiftung Aktive Bürger
Die Schule beteiligte sich an Projekten wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und „Zukunftsschulen NRW“ (April 2017). Die JNG erhielt mehrmals den Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“
Friederike Krämer-Brand steht für eine Bildung, die Vielfalt als Stärke begreift und die Schülerinnen und Schüler zu eigenständigem Denken ermutigt.
Besonders am Herzen lagen FKB der Austausch mit Israel (in Bonn und Troisdorf), bzw. die Begegnung mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern in Borken. Sie ist auch über die Schule hinaus in lokalen Initiativen aktiv, etwa bei Soroptimist International in Borken, wo sie sich für gesellschaftliche Teilhabe und Bildungschancen von Frauen einsetzt. Außerdem arbeitet sie bei der Stiftung Aktive Bürger mit sowie bei der Bildungsinitiative der VR-Bank; im kirchlichen Kontext wirkt sie im Ausschuss für Weltkirche und globales Handeln (AWH) mit. Dazu passt auch ihre Mitarbeit im Internationalen Beratungsausschuss und Städtepartnerschaften sowie im Schulausschuss der Stadt Bocholt als Mitglied der Grünen-Fraktion.
FKB lebt mit ihrem Mann auf einem umgebauten Bauernhof, dem Bolandshof ihrer Eltern, in Bocholt-Suderwick. Dort leben heute 3 deutsche und niederländische Ehepaare sowie ein Hofhund und mehrere Bienenvölker friedlich zusammen. Der Bolandshof beherbergt zudem die Galerie GrenzBlickAtelier, wo neben Kunstausstellungen auch Workshops, Lesungen und Konzerte stattfinden.