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Über viele Jahrzehnte hinweg prägte Anna Grütering-Wöste maßgeblich die Gleichstellungsarbeit der Stadt Borken. Als erste hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte setzte sie sich mit großem Engagement dafür ein, dass Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern nicht nur in Leitbildern, sondern im alltäglichen Verwaltungshandeln und im gesellschaftlichen Leben sichtbar wird. Ihre Arbeit begann in einer Zeit, in der Gleichstellungspolitik oft noch erklärungsbedürftig war. Mit Beharrlichkeit, Fachkompetenz und einem klaren Blick für strukturelle Benachteiligungen gelang es ihr jedoch, Themen wie gerechte Bezahlung, berufliche Teilhabe oder Gewaltprävention fest in der lokalen Agenda zu verankern.
Besonders wichtig waren ihr Projekte, die Frauen auf ihrem beruflichen Weg unterstützten. Dazu gehörten Seminare zum Wiedereinstieg in den Beruf, Netzwerkveranstaltungen oder die regelmäßig durchgeführte Reihe „Frau + Beruf“. Ebenso engagierte sie sich im landes- und kreisweiten Netzwerk der Gleichstellungsbeauftragten. Ihre Beteiligung am Equal Pay Day machte das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern in Borken erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bewusst, oftmals begleitet durch Aktionen in Kooperation mit Betrieben oder lokalen Initiativen.

Neben der politischen und sozialen Dimension ihrer Tätigkeit legte Grütering-Wöste großen Wert auf praktische Unterstützung im Alltag, etwa in Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Beratung bei Bewerbungsverfahren oder der Sensibilisierung innerhalb der Verwaltungsstrukturen. Ihre Arbeit war stets von Dialogbereitschaft, Offenheit und dem Willen getragen, Veränderungen nachhaltig zu gestalten.
Mit ihrem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2020 endete eine Ära, die die Gleichstellungspolitik in Borken sichtbar geprägt hat. Ihre Spuren wirken jedoch fort – in Strukturen, Projekten und Netzwerken, die sie aufgebaut oder wesentlich weiterentwickelt hat.
Quelle:
diverse BZ Artikel