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Gerda Siebelt

Kunstinitiatorin und Motor der Artline in Borken

Gerda Siebelt zählt seit Jahrzehnten zu den prägendsten Persönlichkeiten der Borkener Kunstszene. Mit großer Leidenschaft, Ausdauer und einem ausgeprägten Gespür für zeitgenössische Kunst hat sie wesentlich dazu beigetragen, dass Kunst in Borken sichtbar, zugänglich und stadtprägend wurde. Bereits früh entdeckte sie ihre Begeisterung für künstlerische Ausdrucksformen und machte es sich zur Aufgabe, Menschen für Kunst zu gewinnen und Barrieren zwischen Publikum und Künstlerinnen und Künstlern abzubauen.


1990 gründete sie in Borken ihre Galerie Open Art, mit der sie seither ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm präsentiert. Aus ehemals dekorativer Kunst entwickelte sich unter ihrer Leitung ein Zentrum für aktuelle Gegenwartskunst, das Künstlerinnen und Künstler sowohl aus der Region als auch aus dem internationalen Umfeld präsentierte. Siebelts Ziel war dabei stets klar: Kunst sollte nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden – und zwar mitten im Alltag der Menschen.


Besonders sichtbar wurde dieses Anliegen durch ihre Rolle als Initiatorin und treibende Kraft hinter der Artline, einem stadtweiten Kunstprojekt, das Borken immer wieder in eine offene Galerie verwandelte. Bereits in den 1990er-Jahren brachte sie die Artline gemeinsam mit Stadt und Kreis auf den Weg. Vier Ausgaben fanden unter ihrer Beteiligung statt, einschließlich der großen Europa-Artline, die sogar die Aufmerksamkeit des renommierten Documenta-Machers Jan Hoet erregte.

Gerda Siebelt

Nach einer langen Pause gelang ihr 2020 ein bemerkenswertes Comeback des Projekts: Mit der Artline reloaded („Kunst findet wieder Stadt“) brachte sie künstlerische Positionen wieder in Schaufenster, Passagen, leerstehende Gebäude und öffentliche Räume. 2022 folgte eine weitere Auflage, bei der über mehrere Wochen Werke von fast 30 Kunstschaffenden an mehr als 30 Standorten zu sehen waren. Borken wurde erneut zu einer lebendigen Kunstlandschaft, in der Menschen beim Einkaufen, Spazierengehen oder Arbeiten unvermittelt auf Kunst trafen.


Neben der Artline setzt Siebelt kontinuierlich weitere Impulse, unter anderem mit Kunst-im-Öffentlichen-Raum-Projekten wie der Installation „Puerta“ oder der Initiative für großformatige Fassadenkunst in der Stadt. Ihre Arbeit ist geprägt von Offenheit, Weitblick und einer tiefen Überzeugung vom gesellschaftlichen Wert künstlerischer Ausdrucksformen.


Gerda Siebelt hat mit ihrer Galerie, ihren Projekten und ihrem anhaltenden Engagement maßgeblich dazu beigetragen, dass Kunst in Borken nicht Randerscheinung, sondern lebendiger Bestandteil des kulturellen Lebens wurde. Sie gilt als Impulsgeberin, Gestalterin und unermüdliche Vermittlerin, die das kulturelle Profil der Stadt entscheidend geprägt hat.