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Schwester Alwine Hermine Langela

Seelsorge, Bildung und Gesundheitsförderung für Menschen in Armenvierteln

Seelsorge, Bildung und Gesundheitsförderung für Menschen in Armenvierteln haben sich die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP, auch bekannt als Heiligenstädter Schulschwestern) zur Aufgabe gemacht. 

Eine von ihnen ist Schwester Alwine Hermine Langela, die aus Weseke stammt. Sie ist 1938 als viertes von acht Kindern auf einem kleinen Bauernhof geboren. Sie war Mitverantwortliche in der Landjugend und Marianischen Kongregation, bevor sie mit 24 Jahren in den Orden eintrat. Ihr Lebenstraum, als Missionarin tätig zu sein, wurde schon nach vier Jahren erfüllt. Mit einem großen Frachtschiff fuhr sie zusammen mit wenigen Passagieren in ihre neue Heimat Brasilien. Beim Betreten des Landes sagte sie: "Dieses Land werde ich lieben." 

Ihre Liebe zum Volk war der Schlüssel zu den Herzen der Menschen. 45 Jahre war sue unermüdlich engagiert, u. a. hat sie mit den Armen für die Armen in Slumgebieten und zentren großer Städte (Sao Paulo, Palmas) gearbeitet. Sie führte Basisgemeinden in die Selbstständigkeit, indem sie ihre Entstehung udn vertiefung begleitete. Gemeinsam mit ihren Mitschwestern entwickelte sie viele Projekte, die ihre Familie, ihre Heimat, einige Bistümer und Adveniat intensiv finanziell unterstützten. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wurden durch sie die notwendige Infrastruktur (Straßen, Stromversorgung) in den Slums und der Bau von 99 Häusern (statt Hütten) möglich. Motto: " Wir haben eine Wohnung im Himmel. Wir brauchen eine Wohnung auf Erden." Als das Land 1988 in eine Krise stürzte (Inflation 700 % jährlich, große Kindersterblichkeit, Hunger), eröffnete sie einen Laden mit Schulmaterial für die Ärmsten. 

Über viele Jahre war sie Mitglied der Provinzleitung und einige Jahre Provinzoberin. Nicht zu unterschätzen ist die politische Dimension ihrer Arbeit. Sie bewies viel Mut und Entschlossenheit im Umgang mit der Regierung. Klar und eindeutig benannte sie die Probleme in Brasilien, die durch Korruption entstanden. Zwar sei Brasilien zu den größten zehn Wirtschaftsmächten der Welt aufgestiegen, doch werde dieser Reichtum sehr ungleich verteilt. Eine breite Mittelschicht müsse gefördert werden, forderte Schwester Alwine. Eine demokratische Regierung, die ein großes soziales Empfinden habe, könne diese Probleme mit Mut und Zuversicht angehen und bessere Lebensbedingungen für die Armen schaffen.

Mit 74 Jahren kam Schwester Alwine zurück nach Deutschland; 2013 konnte sie ihr 50-jähriges Ordensjubiläum feiern. Bis heute übernimmt sie seelsorgerische Tätigkeiten im ordenseigenen Altenheim in Geseke. 

Bemerkung zu SMMP: Das Mutterhaus befand sich während der DDR-Zeit im Bergkloster Bestwig. 2003 kehrte das Generalat des Ordens nach Heiligenstadt zurück. Bestwig blieb Sitz der Europäischen Provinz. 

Überschrift H2